Kürzungen in der Jugendhilfe gefährden langfristig die Haushaltsstabilität der Stadt Chemnitz

Pressemitteilung des Stadtjugendring Chemnitz

Im Zuge der Haushaltsverhandlungen für den Doppelhaushalt 2027/28 warnt der Stadtjugendring Chemnitz vor den langfristigen finanziellen und strukturellen Folgen geplanter Kürzungen in der Jugendhilfe. Nach aktuellen Informationen wird für das Jahr 2027 ein gesamtstädtisches Defizit von 143 Millionen Euro erwartet. Für den Bereich der Jugendhilfe ergibt sich daraus eine Finanzierungslücke von rund 3,8 Millionen Euro, die insbesondere präventive Angebote betreffen würde.

Aus Sicht des Stadtjugendrings ist diese Schwerpunktsetzung fachlich und haushalterisch problematisch. Während Leistungen der Hilfen zur Erziehung gesetzlich verpflichtend, einzelfallbezogen und damit in ihrer Kostenentwicklung kaum steuerbar sind, stellen präventive Angebote einen planbaren und vergleichsweise ressourcenschonenden Bereich dar. Sie tragen nachweislich dazu bei, individuelle Krisen frühzeitig zu vermeiden und den Bedarf an kostenintensiven Einzelfallhilfen zu reduzieren.

Gleichzeitig ist von steigenden Bedarfen auszugehen. Aktuelle Studien verweisen auf zunehmende psychische Belastungen junger Menschen sowie ein wachsendes Gefühl mangelnder gesellschaftlicher Beteiligung. Parallel dazu wachsen geburtenstarke Jahrgänge in die Angebote der Jugendhilfe hinein, wodurch sowohl die Nachfrage als auch die Anforderungen an Fachkräfte und Infrastruktur weiter steigen.

Vor diesem Hintergrund würde eine Reduzierung präventiver Infrastruktur nicht nur bestehende Problemlagen verschärfen, sondern mittelfristig auch zu steigenden, schwer steuerbaren Pflichtausgaben führen. Darüber hinaus sind negative Effekte auf die Fachkräftesituation und die Stabilität bestehender Angebotsstrukturen zu erwarten.

„Aus fachlicher aber auch aus haushalterischer Perspektive ist es nicht sinnvoll, ausgerechnet in dem Bereich zu kürzen, der zur Vermeidung zukünftiger, deutlich höherer und nicht steuerbarer Ausgaben beiträgt. Eine bedarfsgerechte Finanzierung der Jugendhilfe ist eine zentrale Voraussetzung für langfristig tragfähigen Haushaltsstrategie“, erklärt Tina Kreller vom Stadtjugendring Chemnitz.

Eine vollständige Stellungnahme steht als PDF zum Download bereit.


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Tina Kreller, Projektleitung Stadtjugendring im Netzwerk für Kultur- und Jugendarbeit e.V.
+49 1522 6652206 | tina.kreller@nkjc.de

Stadtjugendring Chemnitz im Netzwerk für Kultur- und Jugendarbeit e.V.

Der Stadtjugendring Chemnitz ist eine wichtige Säule im Netzwerk für Kultur- und Jugendarbeit e. V. – einem freiwilligen Zusammenschluss von vorwiegend gemeinnützigen Vereinen, Verbänden und Initiativen in Chemnitz. Wir handeln auf der Grundlage von demokratischen Entscheidungen sowie offenen und transparenten Arbeitsstrukturen. Der Verein lebt vom aktiven Mitwirken seiner mehr als 70 Mitglieder. Das Netzwerk für Kultur- und Jugendarbeit e. V. verfolgt den Zweck der Förderung und Unterstützung von Kunst und Kultur, insbesondere Soziokultur, demokratischer Bildung sowie von Jugendarbeit und Jugendhilfe. Der Verein ist parteipolitisch unabhängiger Interessenvertreter seiner Mitgliedsvereine. Die Vernetzung und Bündelung von Ressourcen sind Ansprüche, die in der täglichen Arbeit realisiert werden.

 

Dieser Artikel stammt von https://www.nkjc.de/news/kuerzungen-in-der-jugendhilfe-gefaehrden-langfristig-die-haushaltsstabilitaet-der-stadt-chemnitz

© Grafik: Netzwerk für Kultur- und Jugendarbeit e.V.

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